|
Chronik Erste musikalische Aktivitäten entstanden als Fanfarenbläser im Rahmen karnevalistischer Prunksitzungen des KUVO (Karneval- und Unterhaltungsverein Odernheim) und später des Sportclubs Odernheim auftraten. Nur ein Auftritt pro Jahr ! Es war sehr schwer für diese Enthusiasten, zu einem einzigen Auftritt im Jahr, den richtigen Ansatz zu finden. Die enorme Mühe stand in keinem Verhältnis zu den schließlich kurzen Auftritten während der Fastnachtssitzung. So entschlossen sich mehrere dieser Bläser auch über das Jahr zu üben, um später auch andere Auftritte zu wagen. Wie kann man spielen lernen ? Jedoch die Tücke lag im Detail:Spiel nach Noten konnte kein Thema sein, da keiner der Aktivisten Notenkenntnisse besaß oder vermitteln konnte. Es wurden Naturtonfanfaren verwendet, die nur wenige verschiedene Töne (Naturtöne) zulassen.
Wie konnte man Stücke lernen ? Nun es gab ja Schallplatten und Tonbänder, wovon man sich einfache Passagen sehr oft anhörte und dann versuchte nachzuspielen. Umzüge in Nachbarorten wurden besucht und "abgehört". So nach und nach schafften sich die Unentwegten ein kleines Repertoire und gefielen sich. Dabei konnte es natürlich nicht bleiben. Die ersten Übungsstunden im Keller vom Spargeschäft lockten neue Interessenten herbei.
Erste Musikinstrumente Schließlich waren viel mehr Personen da, als Instrumente. Die Altbestände (vom KUVO) reichten nicht mehr aus. Gottlob lagen in Duchroth noch "Geräte" aus der Zeit der dreißiger Jahre herum, Fanfaren und Marschtrommeln. Aber die Männer der ersten Stunde waren glücklich und dankbar. Geld zum Kaufen war schließlich nicht vorhanden. Die Trichteröffnungen einzelner Fanfaren waren so schlecht, dass man sie durch einlöten von Kupferblech wieder einigermaßen "anfaßbar" machte. Zum Teil entstand aus zwei defekten Instrumenten ein funktionierendes.
Erste Auftritte: Der erste öffentliche Auftritt war bei dem Kerweumzug in Odenbach. Ein weiterer Anfangshöhepunkt war die Teilnahme am letzten Kreisfeuerwehrtag vor der Verwaltungsreform im Jahre 1968 in der Kreisstadt Rockenhausen. Zwischenzeitlich wechselte der Übungsort zur Gaststätte zum Güldenen Löwen, beim Blaesy Karl.Bei gutem Wetter erschallten Fanfarentöne vom Winnweg aus über Odernheim, schließlich musste der Gleichschritt für die Umzüge geübt werden.
Vereinsgründung 1969: Gehör fanden dadurch weitere Interessenten, sodass die Gründung eines eigenständigen Vereines die Folge war. Wichtigster Punkt war die Anschaffung neuer Instrumente. Finanzmittelbeschaffung: Woher das Geld nehmen ? Man war findig. Zum Beispiel hatte die Firma Schneider (ehemaliger Steinbruch) einen Auftrag zur Felsenreinigung in der Duchrother Straße angenommen. Junge Mitglieder ließen sich werben mehrere Tage Urlaub zu nehmen, um dann als "Tagelöhner" an Seilen in den Felsen hängend für das Ziel tätig zu sein. Lediglich die Kosten für Essen und Trinken in der Gaststätte Blaesy wurden von den Einnahmen abgezogen. Der Großteil des Geldes kam so in den gemeinsamen Topf. So war ein Grundstock da, um die Instrumente zu kaufen. Heute doch undenkbar, oder ? Einige Aktive, mit etwas mehr Geld, legten vor und ließen sich in DM 5,- Raten die Auslagen zurückzahlen. Später wurden auch Instrumente gestiftet und von Eltern bezahlt. Schon 4 Monate nach der Gründung stellte man sich in der Turnhalle gemeinsam mit der Feuerwehrkapelle Bad Kreuznach der Bevölkerung vor. Sehr frühzeitig wurden Ventilinstrumente hinzugenommen, um das Repertoire zu erweitern.
Griffzahlen! Das Auswendigspielen war nun kaum mehr möglich. Die Töne der einzuübenden Stücke (Märsche) wurden durch Ausprobieren den jeweiligen Ventilen zugeordnet und aufgeschrieben. Dieses Prinzip wurde die Grundlage des Spielens auf den Es - Ventilfanfaren und später dann auf den B-Instrumenten. Nur ein auf Noten gelernter Musiker kann erkennen, was diese Spieler für Leistungen zu erbringen hatten. Schließlich war mit der Griffzahl nicht die Tonlage, der Notenwert, die Pause, die Wiederholungszeichen, die Betonung und andere Hinweise gegeben. All dies musste auswendig beherrscht werden. Die Trommler in ihrer Aufgabe die Rhythmik zu bestimmen, hatten ganz besonderen Stellenwert und waren ohne jegliches Vorlagenhilfsmittel. So kann man verstehen, warum unendlich geübt werden musste, um ein Lied zu lernen. Dennoch bestimmte diese Methode über 20 Jahre unser Spiel - und sogar sehr erfolgreich. Mit Einführung der B-Instrumente im Jahre 1984 war die Bezeichnung Fanfarenzug bereits nicht mehr korrekt. Eine Umbenennung empfahl sich damals wie heute nicht. Wir werden auch künftig unter dem guten Namen - DFZO - von uns hören machen, wenngleich wir uns vornehmlich im Bereich traditioneller und moderner Unterhaltungsmusik bewegen.
Neue Zeiten: Der Rückgang des Interesses an der bisher gezeigten Art hat uns veranlasst neue Wege zu gehen. Mit dem Erlernen von Noten wurden die Weichen grundlegend neu gestellt. Der Vorstand hatte sich in seiner Gesamtheit zu diesem Schritt entschlossen. Jeder hatte erkannt, dass der DFZO in der bisherigen Weise keine dauerhafte Zukunft haben konnte. Der Beitritt zum Kreismusikverband, das Glück der Notenausbildung durch den Kreismusikdirigenten Herrn Eitel Dörrenbächer und schließlich seine Übernahme der Aktiven als Dirigent, führte den Verein zu neuen Wegen. Solch eine Umstellung erfordert ihre Zeit. Aber die Bürger konnten sich bereits von den Fortschritten der Musik überzeugen.
Über die Dauer von ca. 2 Jahren wurde das Vereinsheim in Eigenleistung gebaut. Noch heute wären manch andere Vereine froh, solch ein Heim zu haben. Der Gemeinde Odernheim gilt der besondere Dank für die Schaffung der Voraussetzungen.
Einweihung des Vereinsheimes war im Jahre 1982.
Waldfeste, Gassenfeste am Vereinsheim und Kirmes sind beliebte und auch erforderliche Aktivitäten gewesen, um die Vereinskasse, außer den Mitgliedsbeiträgen und bezahlten Auftritte, aufzufüllen.Besonderen Stellenwert im außermusikalischen Bereich nimmt die Theatergruppe ein
|